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Hinzugefügt am 18. Aug 2014 von SL

Drei Viertel der Zahnärzte bevorzugen die Einzelpraxis

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Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) eine „Existenzgründungsanalyse für Zahnärzte 2013“ durchgeführt. Überraschendes Ergebnis: die Einzelpraxis wird unter Existenzgründern wieder beliebter. Die Investitionen bleiben hingegen weitgehend stabil.

Trend zur Einzelpraxis wieder im Kommen

Seit 2011 steigt der Anteil der Existenzgründer, die sich in einer Einzelpraxis selbständig machen, wieder an. Innerhalb von zwei Jahren ist er um 9 Prozentpunkte auf 76 Prozent angewachsen. In gleichem Maße ist der Anteil der Zahnärzte, die sich in einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) selbständig machen, rückläufig (2013: 24 Prozent). Eine Abkehr vom Trend zur Kooperation bedeutet das jedoch nicht. „Viele Existenzgründer, die sich für eine Einzelpraxis entscheiden, halten sich die Option offen, ihre Praxis mittelfristig zu erweitern und einen Zahnarzt anzustellen. Auch bei ihnen steht also das Thema Kooperation auf der Agenda“, so Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank.

Der Trend zur Einzelpraxis  wird auch durch das steigende Durchschnittsalter der Existenzgründer getragen (2013: 36,4 Jahre). Denn ältere Existenzgründer lassen sich tendenziell seltener in einer BAG nieder: Während sich bei den jüngeren, bis 30-jährigen Zahnärzten 33 Prozent für eine BAG entscheiden, sind es bei den über 40-Jährigen nur 16 Prozent. Demnach sind insbesondere junge Zahnmediziner häufig keine Einzelkämpfer.

Fokus auf zukünftige Entwicklung steigert Investitionsfreudigkeit

Die höchsten Investitionen fallen für eine Einzelpraxisneugründung an. Diese schlägt durchschnittlich mit 365.000 Euro zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von
8 Prozent. „Viele Zahnärzte kalkulieren beim Schritt in die Selbständigkeit bereits eine Expansion innerhalb der kommenden zwei, drei Jahre ein. Das heißt, es werden größere Praxisräumlichkeiten oder auch ein zusätzlicher Behandlungsstuhl eingeplant“, erklärt Dr. David Klingenberger, stellvertretender Leiter des IDZ, einen der Gründe für die steigenden Investitionen.

Für die Übernahme einer BAG fallen durchschnittlich 311.000 Euro je Praxisinhaber an. Damit ist das Investitionsvolumen im Vorjahresvergleich um 13,9 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend hierfür ist insbesondere, dass Zahnmediziner mehr Geld für den materiellen und ideellen Praxiswert zahlen – also für Praxisinventar, medizinisch-technische Ausstattung und Bausubstanz auf der einen sowie für weiche Faktoren, wie Praxislage, Qualifizierung des Personals, Patientenstamm und potenzielle Ertragskraft der Praxis auf der anderen Seite.

Die Investitionsvolumina für die Neugründung einer BAG (300.000 Euro) und für die Übernahme einer Einzelpraxis (249.000 Euro) bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Auch Zahnärzte, die einer bestehenden BAG als zusätzlicher Partner beitreten oder die den Praxisanteil eines BAG-Partners übernehmen, investieren mit 245.000 Euro ähnlich viel wie im Vorjahr.

Ausschlaggebende Faktoren: Geschlecht, Alter, Lage

Zahnärzte investieren deutlich mehr als Zahnärztinnen. Für die Übernahme einer Einzelpraxis setzen sie im Durchschnitt 259.000 Euro ein. Damit investieren sie 9,3 Prozent mehr als ihre Kolleginnen (237.000 Euro). „Wir sehen, dass Männer zum Teil besser ausgestattete und größere Praxen übernehmen“, so Heßbrügge. „Entsprechend zahlen sie im Schnitt auch für den materiellen und ideellen Praxiswert 17,9 Prozent mehr als Frauen.“

Ältere Existenzgründer investieren deutlich zurückhaltender als junge. So schlägt die Einzelpraxisübernahme bei jüngeren Zahnmedizinern unter 30 Jahren durchschnittlich mit 288.000 Euro zu Buche. Die über 40-Jährigen planen 220.000 Euro ein. Das sind 23,6 Prozent weniger. Insgesamt zahlen ältere Existenzgründer geringere Übernahmepreise an die Praxisabgeber und investieren weniger stark in die medizinisch-technische Ausstattung.

Differenziert nach der jeweiligen Lage der Praxis wird das höchste Investitionsvolumen in Städten mittlerer Größe mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern aufgebracht (264.000 Euro). Es folgen die Großstadt (256.000 Euro) und ländliche Gebiete (223.000 Euro). Die Unterschiede liegen dabei ausschließlich im jeweiligen Übernahmepreis und der unterschiedlichen Nachfragesituation begründet.

Anteil der Niederlassungen auf dem Land steigt

Zwar steigt seit 2011 der Anteil der Existenzgründungen in ländlichen Gebieten (34 Prozent, +7 Prozentpunkte), jedoch lassen sich Zahnärzte, verglichen mit der Bevölkerungsstruktur, weiterhin unterproportional häufig in ländlichen Regionen nieder. Entsprechend ist in einzelnen Gebieten die Versorgungssituation auf dem Land angespannt. Hier ist die künftige Entwicklung besonders interessant und relevant.

Der Anteil der Existenzgründungen in Großstädten ist seit 2011 um 7 Prozentpunkte auf nun 38 Prozent zurückgegangen. Ausschlaggebend hierfür ist der hohe Wettbewerbsdruck in den Großstädten. „Ein gutes Konzept ist Voraussetzung, wenn man sich in einer Großstadt mit hoher Zahnarztdichte niederlässt. Ansonsten wird es schwierig, sich gegen die Wettbewerber durchzusetzen und mit der Praxis erfolgreich zu sein“, betont Heßbrügge. Im verständlicherweise bevorzugten urbanen Raum prägt also ein stärker werdender Konkurrenzdruck die berufliche Realität der jungen Zahnmediziner. Unabhängig davon wählen Existenzgründer verglichen mit der Bevölkerungsstruktur aber weiterhin überproportional häufig die Großstadt als Praxisstandort.

Methodik

Die Datenbasis der „Existenzgründungsanalyse für Zahnärzte 2013“ bilden die Existenzgründungsfinanzierungen der apoBank. Diese werden seit 1984 jährlich anonymisiert ausgewertet. Die statistische Auswertung wurde gemeinsam von der apoBank und dem IDZ durchgeführt.

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